Psychodynamische Therapie
wirkt.
Metaanalysen, randomisierte kontrollierte Studien, Effektstärken — eine Zusammenfassung der aktuellen Evidenz.
Was die Forschung zeigt
Für vier Diagnosegruppen liegt eine starke Empfehlung als empirisch gestütztes Verfahren vor — nach aktualisierten EST-Kriterien und GRADE-bewertet (Leichsenring et al., 2023, World Psychiatry).
Formal getestete Äquivalenz mit KVT
Bei Depression wurde erstmals ein formaler Äquivalenztest (TOST-Prozedur) durchgeführt. Ergebnis: kein klinisch bedeutsamer Unterschied zwischen manualisierter PDT und KVT unmittelbar nach Behandlungsende.
Smith & Hewitt (2024), Journal of Clinical Psychology · k = 9 RCTs · g = −0.11Effekte, die nach Therapieende weiter wachsen
Der PDT-spezifische Vorteil
Ein konsistenter Befund über mindestens fünf unabhängige Metaanalysen hinweg: Patient:innen in psychodynamischer Therapie zeigen nach Behandlungsende nicht nur stabile, sondern sich weiter verbessernde Symptomwerte. Dieser Nachhaltigkeitseffekt wird auf die Arbeit an zugrundeliegenden Persönlichkeitsstrukturen, inneren Konflikten und Beziehungsmustern zurückgeführt.
»Die Wahrnehmung, psychodynamische Ansätze hätten keine empirische Grundlage, steht nicht im Einklang mit der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz — und könnte eine selektive Verbreitung von Forschungsergebnissen widerspiegeln.«— Jonathan Shedler, American Psychologist, 2010
Die wichtigsten Publikationen
Metaanalysen und Reviews in den renommiertesten Fachzeitschriften der Psychiatrie und klinischen Psychologie.
Leichsenring et al. — Umbrella Review
Prä-registrierter Umbrella-Review nach aktualisierten EST-Kriterien. GRADE-bewertet. PDT erhält eine »starke Empfehlung« für vier Diagnosegruppen: Depression, Angst-, Persönlichkeits- und somatoforme Störungen. Hohe Evidenzqualität bei Depression und somatoformen Störungen.
Smith & Hewitt — Äquivalenz PDT vs. KVT
Erste formale Äquivalenztestung (TOST-Prozedur) für manualisierte PDT und KVT bei diagnostizierter Depression. Statistische Äquivalenz bei Post-Behandlung bestätigt (k = 9 RCTs).
Lilliengren — Gesamtübersicht RCTs
Umfassende Bestandsaufnahme aller RCTs zu psychodynamischer Psychotherapie. 298 Studien identifiziert, darunter 86 Direktvergleiche PDT vs. KVT. In 59 davon: keine signifikanten Unterschiede.
Shedler — Efficacy of PDT
Wegweisender Review mit über 1.200 Zitationen. Effektstärken vergleichbar mit KVT. Patient:innen verbessern sich nach Therapieende weiter — ein Befund, der seither mehrfach repliziert wurde.
STPP bei Depression — Metaanalyse
31 RCTs. Psychodynamische Kurzzeittherapie zeigt eine große Effektstärke (g = 0.91) bei depressiven Symptomen gegenüber unstrukturierten Behandlungen.
Abbass et al. — STPP bei somatoformen Störungen
Metaanalyse von 17 RCTs. STPP zeigt signifikante Überlegenheit bei somatischen Symptomen über alle Zeiträume. Mindestens ebenso wirksam wie andere Verfahren inkl. KVT.
Trotta et al. — Junge Erwachsene
22 Studien (14 RCTs). Große Effektstärke gegenüber Warteliste/TAU (g = 1.24). Kein signifikanter Unterschied zu anderen aktiven Therapieformen.